Das sind die besten Restaurants der Welt

Quelle: The World’s 50 Best Restaurants
Quelle: The World’s 50 Best Restaurants

Für all diejenigen, die Außenseiter-Geschichten lieben, kann man die Welt der Gastronomie nur empfehlen. Dieser Mikrokosmos strotzt nur so vor Skurrilitäten und Zufällen. Helden fallen, Underdogs steigen auf.

Künstlerisches in der „Osteria Francescana“

Wie im Fall des Kochs Massimo Bottura. Seine Kochlehre führte ihn von Italien in die USA und wieder zurück nach Modena. Seine „Osteria Francescana“ stieß bei den Einheimischen nicht auf Gegenliebe, die Traditions-Gerichte waren neu interpretiert worden, wie kann er es wagen! Und so lernte er den Misserfolg kennen, bis eines Tages ein bekannter Kritiker in sein Lokal kam. Er kam, aß und Bottura siegte.

Die Osteria gehört nun schon seit Jahren zu der elitären Riege der weltbesten Restaurants. Dieses Jahr ist es aber endlich zum Nonplusultra gewählt worden: Von der renommierten Jury der „The World’s 50 Best Restaurants“ wurde die „Osteria Francescana“ auf den Spitzenplatz gewählt. Die anhaltende „Kreativität des Kochs“, seine „immensen Fähigkeiten, ungetrübte Leidenschaft und wilde Entschlossenheit, entgegen aller Erwartungen“ zu arbeiten, begründete die Jury bei der Preisverleihung ihre Entscheidung.

Vor allen Dingen der künstlerische Ansatzes hebt Bottura von seinen Kollegen ab: Der Drei-Sterne-Koch serviert unter anderem das Dessert „Oops, I dropped the lemon tart“ (dt. „Upps, Ich habe die Zitronen-Tarte fallen lassen“). Der Name ist dabei Programm, beim erstmaligen Servieren des Gerichts ließ eine Mitarbeiterin den Teller fallen – daraufhin wurde es mutwillig weiter zerstört und etablierte sich zu einem der bekanntesten Gerichte des Restaurants.

Quelle: Paolo Terzi
Quelle: Paolo Terzi

Familiäres im „El Celler de Can Roca“

Die Gastronomie bietet aber auch Familiengeschichten. „El Celler de Can Roca“ wird gleich von drei Männern geführt: Joan, Jordi und Josep – allesamt mit Nachnamen Roca und Experten auf ihrem Gebiet. Während Joan der Chefkoch ist, übernimmt Josep die Position des Sommeliers. Jordi ist hingegen als Patissier für die Nachspeisen verantwortlich.

Die Brüder zaubern mit ihrer Expertise unnachahmliche Gerichte, die Gäste müssen für ihr Glück aber auch etwas tun: Das Sterne-Lokal ist in dem kleinen Örtchen Girona versteckt. In Katalonien, eine Autofahrstunde von Barcelona entfernt, im Viertel Taiala. Immerhin: Einmal angekommen kann man nicht nur die Ruhe, sondern auch die exquisiten Weine in vollen Zügen genießen.

Neben einheimischen Gerichten im modernen Look findet der Gast auch immer internationale Gerichte. Die Roca-Brüder haben speziell dafür das Restaurant im August geschlossen, um in dieser Zeit kulinarische Expeditionen in die ganze Welt zu unternehmen. Das Prinzip kommt außerordentlich gut an: Im nunmehr achten Jahr rangiert das Lokal unter den Top Five der besten Restaurants der Welt. Bereits zwei Mal (2015 und 2013) wurde es auf den Spitzenplatz gewählt. Die Anreise ist „El Celler de Can Roca“ also allemal wert.

Quelle: El Celler de Can Roca
Quelle: El Celler de Can Roca

 

Vergnügliches im „Eleven Madison Park“

Es gibt Restaurants, die sind nicht so wirklich greifbar – man muss sie erlebt haben, um sie zu lieben. In diese Rubrik gehört auch „Eleven Madison Park“: Das Restaurant in New York bietet größtenteils lokale Gerichte an, sprich: US-amerikanische Kost wird hier serviert. Wer dabei sofort an Burger und Fritten denkt, liegt falsch. Gehobene Küche gibt es auch hier. Kling dennoch nicht so exklusiv wie die Konkurrenz? Stimmt, aber das Erlebnis ist in dem Lokal deutlich ausgeprägter.

Die Leistung des Sternekochs Daniel Humm soll das keineswegs schmälern: Er präsentiert in seinem Lokal angenehm, weil unerwartet, reduzierte Gerichte, die schlicht außerordentlich gut schmecken. Das Zusammenspiel von Service, Küche und Gast hebt es aber schließlich auf ein ganz anderes Niveau. Gäste werden mit kleinen Spielereien verwöhnt, eine Einladung in die Küche ist auch in dem Repertoire von Humm und Co. enthalten. Kein Wunder also, dass das Lokal bereits seit einigen Jahren zu den besten der Welt gehört. Dieses Jahr schaffte es „Eleven Madison Park“ auf Platz drei des renommierten Rankings.

 

Lokales im „Central“

Für Platz vier geht es nach Südamerika. Wer schon immer mal Peru erkunden wollte, sollte auch im „Central“ einen Stopp machen. Das Lokal in Lima bietet seinen Gästen eine kulinarische Reise quer durch das Land am Südpazifik. Im Gegensatz zum „Eleven Madison Park“ besticht das Restaurant unter der Führung des Chefkochs Virgilio Martinez bereits mit der Idee – „Central“ bietet Gerichte lediglich aus Peru an und seien sie noch so sehr in der Kultur versteckt.

„„Central“ startet das Menü ab 20 Meter unter dem Meeresspiegel und fährt hoch bis auf 4.100 Meter. Damit fokussiert es sich auf peruanische Zutaten, die auf verschiedenen Höhen wachsen“, schreibt „The World’s 50 Best Restaurants“ über das Restaurant. Wie sehr Koch Martinez mit seiner Heimat verwurzelt ist, zeigt er nicht nur mit seinem Essen. Auch das Wasser kommt aus der direkten Umgebung, gefiltert und gereinigt wird es den Gästen angeboten.

Um in den Genuss seiner Kochkunst zu kommen, muss man künftig nicht mehr nach Peru reisen: Auch in London, genauer gesagt im Luxuskaufhaus „Harrod’s“, kann man Lokale von Martinez besuchen. Außerdem will er die zeitgenössische peruanische Küche nach Dubai bringen.

Quelle: Central Restaurante
Quelle: Central Restaurante

Revolutionäres im „Noma“

Von den Süden in den hohen Norden Europas. Das Restaurant „Noma“ in Kopenhagen hat einen ähnlichen Ansatz: Chefkoch René Redzepi benutzt nur klassische Zutaten aus der Region. Er ist keineswegs ein Trittbrettfahrer der sogenannten „Scandi“-Bewegung – er ist der Initiator höchstpersönlich. 2003 begann er, nordische Zutaten mit zeitgenössischen Kochmethoden zu kombinieren. Damit änderte er auch das Denken vieler seiner Kollegen, die Zutaten selber rückten beim Essen in den Fokus.

Wenn man das „Noma“ betritt, weiß man recht schnell, was den Gast erwartet: Das Lokal ist spartanisch-naturalistisch eingerichtet, zugleich aber äußerst stilvoll. Diese Mischung lässt es gemütlich und einladend wirken. Passend dazu bringen die Köche das Essen an den Tisch, es entsteht ein intimes Miteinander.

Für alle, die nun angefixt sind, gibt es aber auch schlechte Neuigkeiten: Ende 2016 soll das „Noma“ geschlossen und in einen Bauernhof umgewandelt werden. Immerhin: Ableger des Lokals gibt es auch in London, Tokyo und Sydney – die lokalen Zutaten stehen auch dort im Fokus. Zudem hat Redzepi „108“ eröffnet, das einfacher als das Sternerestaurant „Noma“ gehalten ist.

Quelle: Laura L.P./HdG Photography
Quelle: Laura L.P./HdG Photography

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